Sourcing

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Welche Schritte sind notwendig, um eine Sourcing-Strategie gut einzuführen?

Eine gute Sourcing-Strategie ist eine, die es ermöglicht, die Recruiting-Ziele schnell zu erreichen. Hier liegt der Fokus auf der Qualität der Profile.

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Eine gute Sourcing-Strategie ist für jedes Unternehmen unerlässlich, das qualifizierte Kandidaten rekrutieren oder einen Talentpool aufbauen möchte. Ihre Umsetzung erfordert jedoch die Entwicklung eines proaktiven Ansatzes, der es dem Recruiter ermöglicht, seine Ziele zu erreichen. Das Sourcing von Kandidaten ist ein unverzichtbarer Schritt im Recruitingprozess für Kandidaten mit ganz bestimmten Profilen. Dieser Artikel erklärt, wie man eine Sourcing-Strategie einführt, die sowohl effektiv als auch relevant ist.

Den Begriff Sourcing verstehen

Um effektiv bestimmen zu können, welche Schritte notwendig sind, um eine Sourcing-Strategie gut einzuführen, muss man zunächst fragen: Was ist Sourcing? Sourcing im Recruiting ist eine Recruitingtechnik, die darin besteht, aktiv nach Kandidatenprofilen zu suchen, die spezifischen Anforderungen entsprechen. Es unterscheidet sich vom klassischen Recruiting dadurch, dass der Recruiter hier nicht einfach darauf wartet, dass Kandidaten ihm ihren Lebenslauf schicken. Er verfolgt vielmehr einen proaktiven Ansatz, der es ihm ermöglicht, Talente zu sourcen und einen Pool potenzieller Kandidaten aufzubauen. Konkret bedeutet Sourcing, Kandidaten mit präzisen Qualifikationen, Fähigkeiten und Erfahrungen zu suchen, zu identifizieren und dann anzuziehen. Eines der Hauptziele des Sourcings ist es, die Zeit zu minimieren, die ein Recruiter normalerweise für die Einstellung eines Kandidaten für eine offene Stelle aufwendet. Diese HR-Technik ermöglicht es auch, die Recruitingkosten zu senken, die mit dem Rückgriff auf ein Recruitingbüro verbunden sind.

Das Employer Branding pflegen

Die Website eines Unternehmens ermöglicht es, seine Produkte und seine Marke hervorzuheben. Sie kann jedoch auch verwendet werden, um das Employer Branding zu fördern. Eine Studie hat ergeben, dass fast 85 % der Kandidaten die Reputation eines Arbeitgebers genau beachten, bevor sie sich auf eines seiner Angebote bewerben. Als Arbeitgeber ist es daher ratsam, nicht auf ein Recruiting zu warten, um die Qualitäten und Stärken seines Unternehmens hervorzuheben.

Die eigenen Bedürfnisse und Ziele im Bereich Sourcing identifizieren

Um eine effektive Sourcing-Strategie einzuführen, ist es wichtig, die Bedürfnisse und Ziele seines Unternehmens im Bereich Sourcing zu definieren. Dazu muss man sich die richtigen Fragen stellen:

  • Welche Stellen sind im Unternehmen zu besetzen oder könnten demnächst frei werden?
  • Welche Kompetenzen werden gesucht?
  • Welches Recruitingvolumen entspricht dem Bedarf des Unternehmens?
  • Welche sind die besten Sourcing-Kanäle, um möglichst viele Kandidaten zu erreichen?
  • Sind die gesuchten Profile rar oder eher üblich?

Die Identifizierung seiner Bedürfnisse und Ziele ermöglicht es dem Recruiter, eine effektivere und gezieltere Sourcing-Strategie einzuführen. Die Auswahlkriterien für Kandidaten sind ebenfalls einfacher zu definieren.

Auswahlkriterien festlegen

Die Identifizierung der Bedürfnisse und Ziele seines Unternehmens ermöglicht es dem Arbeitgeber, eine genaue Vorstellung vom idealen Kandidatenprofil zu bekommen. Dies ist eine sehr wichtige Phase jeder guten Sourcing-Strategie im Recruiting. Dazu ist es empfehlenswert, vor allem seine Zielgruppe zu kennen. Dieser Schritt ermöglicht es dem Recruiter, folgende Elemente präzise zu bestimmen:

  • Die Botschaft, die an Kandidaten gesendet werden soll;
  • Den idealen Kanal, um diesen Profiltyp zu erreichen;
  • Die Elemente, die in einem an dieses Profil gerichteten Stellenangebot hervorgehoben werden sollen;
  • Das erforderliche Erfahrungsniveau;
  • Die unerlässlichen Abschlüsse oder Zertifizierungen;
  • Das erwartete Sprachniveau;
  • Die obligatorischen Soft Skills und Hard Skills usw.

In einer qualitativ hochwertigen Sourcing-Strategie beschränkt sich die Festlegung der Auswahlkriterien für Kandidaten nicht auf die Definition ihrer Kompetenzen. Es wird auch notwendig sein, ihre potenziellen Erwartungen (Arbeitsumgebung, Vergütung, Management usw.) zu berücksichtigen. Gemäß dem Gesetz dürfen die Auswahlkriterien für Kandidaten keine diskriminierenden Kriterien wie Herkunft, Geschlecht, Familienstand, körperliches Erscheinungsbild usw. enthalten.

Das richtige Stellenangebot verfassen

Nachdem man seine Bedürfnisse und Ziele identifiziert und seine Auswahlkriterien festgelegt hat, muss der Recruiter noch ein Stellenangebot verfassen, das Kandidaten beeindruckt. Konkret müssen Kandidaten beim Lesen des Stellenangebots folgende wichtige Informationen finden:

  • Die Größe des Unternehmens und sein Tätigkeitsbereich;
  • Die Lage der Stelle (Präsenz, Freelance, lokal, international);
  • Die für die Stelle unerlässlichen Kompetenzen und Soft Skills;
  • Das Bewerbungsverfahren usw.

Um die Aufmerksamkeit des Kandidaten aufrechtzuerhalten, ist es empfehlenswert, im Stellenangebot einen Überblick über seine Aufgaben und die vom Unternehmen angebotenen Vorteile aufzunehmen. Der Ton, der beim Verfassen des Stellenangebots verwendet wird, ist ebenfalls wichtig. Ein sowohl professioneller als auch freundlicher Ton wird den Kandidaten eher dazu bringen, das Angebot bis zum Ende zu lesen.

Die richtigen Sourcing-Kanäle wählen

Die in seiner Sourcing-Strategie eingesetzten Sourcing-Kanäle (Jobboards, Cooptation, berufliche Netzwerke usw.) ermöglichen es, Stellenangebote schneller den Kandidaten bekannt zu machen. Für eine gute Sourcing-Strategie ist es nicht notwendig, alle verfügbaren Verbreitungskanäle zu nutzen. Es wäre sinnvoller, die Kanäle zu targetieren, auf denen die gesuchten Profile am aktivsten sind.

Jobboards

Jobboards sind sehr beliebte Online-Plattformen sowohl für Kandidaten als auch für Recruiter. Es gibt allgemeine Jobboards und spezialisierte Jobboards. Allgemeine Plattformen wie Pôle Emploi, Indeed und HelloWork ermöglichen es Recruitern, jedes Kandidatenprofil zu finden. In die Sourcing-Strategie integrierte spezialisierte Jobboards wie L'Apec, Cadreemploi und Maddyjob ermöglichen die Rekrutierung spezifischer Profile wie Führungskräfte oder Digitalspezialisten.

Cooptation

Die Cooptation ist eine Sourcing-Strategie, die darin besteht, Mitarbeiter zu bitten, qualifizierte Kandidaten für die zu besetzenden Stellen zu empfehlen. Um Mitarbeiter zu Empfehlungen zu ermutigen, ist es ratsam, ein Cooptation-Programm einzurichten, das den Mitarbeitern attraktive Anreize bietet.

Berufliche soziale Netzwerke

Die Nutzung beruflicher sozialer Netzwerke in einer Sourcing-Strategie im Recruiting ist ein gutes Mittel, um junge Talente der Generation Z zu finden. In Bezug auf berufliche soziale Netzwerke ist das bekannteste sicherlich LinkedIn mit über 810 Millionen Nutzern im Jahr 2022. Die Anwendung verfügt über eine erweiterte Suchfunktion, die es Recruitern ermöglicht, verschiedene Kandidatenprofile entsprechend ihrer Erfahrungen, Kompetenzen und Soft Skills anzusprechen.

Beschäftigungsforen und Berufsmessen

Berufsmessen sind sehr leistungsstarke Sourcing-Tools. Im digitalen Zeitalter bewährt sich diese traditionelle Methode noch immer. Sie sind der ideale Ort, um Kandidaten zu treffen, die auf ein bestimmtes Fachgebiet spezialisiert sind. Beschäftigungsforen sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Sie ermöglichen direkte Interaktionen zwischen Recruitern und Kandidaten und fördern die passive Rekrutierung.

Partnerschaften mit Ausbildungseinrichtungen

Um ihr Employer Branding zu entwickeln, schaffen viele Unternehmen Partnerschaften mit Ausbildungszentren und Schulen. Dank dieser Partnerschaften werden Kandidaten aus diesen Schulen bei Rekrutierungen durch diese Unternehmen bevorzugt. Diese Sourcing-Strategie ermöglicht es, talentierte Profile direkt an der Quelle zu rekrutieren.

Die CV-Datenbank

Wie Bewerbungen auf Stellenangebote erhalten Recruiter täglich eine große Anzahl von Initiativbewerbungen. Nicht alle Lebensläufe können berücksichtigt werden. Im Rahmen der Entwicklung einer effektiven Sourcing-Strategie wäre es jedoch nicht sinnvoll, die Lebensläufe aller Kandidaten, die keinem spezifischen Recruitingbedarf entsprechen, systematisch abzulehnen. Einige Kandidaten können nämlich Kompetenzen haben, die für einen zukünftigen Bedarf interessant sein könnten. Es wäre ideal, diese Lebensläufe zur Erstellung einer internen CV-Datenbank zu nutzen und dann vielversprechende Kandidaten regelmäßig zu verfolgen.

Recruitingagenturen

Recruitingagenturen können eine wichtige Rolle in einer Kandidaten-Sourcing-Strategie spielen. Diese dienen in der Regel als Vermittler zwischen Unternehmen mit zu besetzenden Stellen und Kandidaten, die einen Job suchen. Recruitingagenturen verfügen über die Tools und das Personal, das notwendig ist, um den gesamten Recruitingprozess zu verwalten:

  • Verbreitung des Stellenangebots;
  • Erstbewertung der Kandidaten;
  • Interviews;
  • Auswahl des Endkandidaten.

Einige von ihnen nutzen sogar psychometrische Tests, um Soft Skills zu bewerten und ihren Kunden Profile zur Verfügung zu stellen, die ihren Anforderungen maximal entsprechen.

Technologische Tools einsetzen, um das Sourcing zu optimieren

Der Einsatz technologischer Tools kann ebenfalls dazu beitragen, die Sourcing-Strategie zu verbessern.

Das Applicant Tracking System (ATS)

Das Applicant Tracking System (ATS) ist ein Sourcing-Tool, das es ermöglicht, alle mit einem digitalen Recruiting verbundenen Daten zu zentralisieren. Es verfügt über eine Multidiffusions-Funktion, die die automatische Verbreitung einer Anzeige auf verschiedenen Sourcing-Kanälen ermöglicht.

E-Mail-Automatisierungstools

Wie ihr Name schon sagt, ermöglichen E-Mail-Automatisierungstools die Automatisierung der E-Mail-Kommunikation zwischen dem Recruiter und den Kandidaten. Sie sind darauf ausgelegt, das Versenden von Einladungen zu Interviews und die Verfolgung des Recruitingprozesses zu erleichtern.

CV-Analysetools

Diese technologischen Tools nutzen künstliche Intelligenz, um die Vorauswahl von Kandidaten zu erleichtern. In der Praxis werden Lebensläufe automatisch analysiert und Schlüsselinformationen extrahiert, um Bewerbungen so weit wie möglich zu filtern.

Online-Kompetenztest-Plattformen

Diese Plattformen stellen Recruitern Kompetenztests zur Verfügung, mit denen sie die Fähigkeiten der Kandidaten bewerten können. Ein Persönlichkeitstest zum Beispiel hilft dem Recruiter dabei, die Persönlichkeit, die rationalen Verhaltensweisen und die Soft Skills der Kandidaten zu bewerten. Ein Logiktest hingegen ermöglicht es dem Recruiter, die Denk- und Urteilsfähigkeit eines Kandidaten in einem bestimmten Zeitraum zu bewerten.

Eine kontinuierliche Verfolgung und Bewertung der Sourcing-Strategie einrichten

Um die Effektivität seiner Sourcing-Strategie zu maximieren, ist es unerlässlich, eine kontinuierliche Verfolgung und Bewertung einzurichten. Dabei muss der Recruiter klar definieren, welche Ziele seine Strategie verfolgt. Er muss auch die Recruiting-KPIs bestimmen, die ihm helfen können, den Erfolg seiner Sourcing-Strategie zu bewerten. Zusammenfassend lässt sich sagen: Das Sourcing von Talenten ist der ideale Prozess, um spezifische Talente anzusprechen. Durch die Übernahme einer proaktiven Sourcing-Strategie kann der Recruiter sicherstellen, Kandidaten zu finden, deren Profile seinen Erwartungen entsprechen.

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