Sollte man Personen einstellen, mit denen man gut auskommt?
Fassen Sie diesen Artikel zusammen mit:
Inhaltsübersicht:
#1. Wovon sprechen wir (genau), wenn wir von Affinität sprechen?
#2. Gibt es „eine" … oder „mehrere" Affinität(en)?
#3. Welchen Einfluss haben diese verschiedenen Affinitätskategorien auf den Berufserfolg?
#4. Wie lässt sich die Affinität zwischen zwei Personen antizipieren?
#5. Die Psychologie der Individuen als Ausgangspunkt!
#6. Wo es kompliziert wird…
#7. Was man sich an dieser Stelle merken sollte
#8. Warum sollten Sie diese Affinität(en) beim Recruiting berücksichtigen?
#9. Wie geht man konkret vor?
Wenn man eine Person einstellt, interessiert man sich in der Regel zunächst für Folgendes:
Wird dieser Mann oder diese Frau in der Lage sein, in der Stelle zu reüssieren, für die ich ihn/sie rekrutieren möchte?
Wird er/sie die übertragenen Aufgaben übernehmen, die Missionen ausführen und letztendlich einen echten täglichen Beitrag leisten?
Um vorherzusagen, ob jemand erfolgreich sein kann, betrachtet man selbstverständlich die fachlichen Kompetenzen – aber nicht nur diese.
Soziale Kompetenzen (Soft Skills) spielen ebenfalls eine enorme Rolle:
– natürliche Führungsqualitäten für Manager
– Geselligkeit und Spontaneität für Berufe mit Kundenkontakt
– Genauigkeit für buchhalterische Berufe…
Man weiß auch, dass gemeinsame Werte, die mit der DNA des Unternehmens übereinstimmen, die Integration erheblich erleichtern.
Wenn das Unternehmen Zusammenarbeit stark betont und die Person systematisch im Alleingang arbeitet, werden früher oder später Spannungen entstehen.
Aber was ist mit der zwischenmenschlichen Affinität?
Ist es notwendig, eine starke Affinität zu den Menschen zu haben, mit denen man zusammenarbeitet?
Hat Affinität tatsächlich einen Einfluss auf die Ergebnisse innerhalb von Teams?
Beeinflusst sie die Mitarbeiterbindung?
Besteht eine Gefahr darin, mit zu geringer… oder zu starker Affinität einzustellen?
#1. Wovon sprechen wir (genau), wenn wir von Affinität sprechen?
Affinität lässt sich als „subjektive Wahrnehmung der Beziehungsqualität" zu einer Person definieren.
Eine gute Affinität zu jemandem zu haben bedeutet, eine Verbindung einer gewissen Intensität zu spüren.
Wenn die Affinität stark ist:
– fühlt man sich zur Person hingezogen
– man teilt Gemeinsamkeiten
– man lernt von ihr
– man arbeitet gerne mit ihr zusammen
– alles erscheint „natürlich"
Umgekehrt kann eine schwache Affinität Gleichgültigkeit, Ärger oder sogar Angst erzeugen.
Affinität ist ein subjektives Erleben.
#2. Gibt es „eine" … oder „mehrere" Affinität(en)?
Affinität ist nicht monolithisch.
Man kann Affinität auf zwei Dimensionen zusammenfassen:
– Soziale Affinität: Freude, Zeit miteinander zu verbringen
– Arbeitsaffinität: Fähigkeit zur effektiven Zusammenarbeit
Diese beiden Affinitäten können unabhängig voneinander variieren.
#3. Welchen Einfluss haben diese Affinitätskategorien auf den Berufserfolg?
Soziale Affinität
Sie beeinflusst:
– das Verbindungsgefühl
– den Wunsch, Zeit zu teilen
– emotionale Flüssigkeit
– die Leichtigkeit der Kommunikation
Sie dient als relationales Schmiermittel.
Sie wird bestimmt durch:
– Persönlichkeitsmerkmale
– Motivationen
– Beziehungsstil
– emotionale Antriebe
Arbeitsaffinität
Sie beeinflusst:
– gegenseitiges Verständnis
– Problemlösung
– kollektive Produktivität
– Synergie (das berühmte „1+1 = 11")
Sie hängt ab von:
– Arbeitsweise
– intellektuellen Fähigkeiten
– Verarbeitungsgeschwindigkeit
– Detailorientierung vs. Gesamtüberblick
– Kreativität
– Art, Situationen anzugehen
Abbildung: Die 4 Kombinationen von Affinität (sozial/Arbeit)
https://media-exp1.licdn.com/dms/image/C4D12AQGwWoH-m1sxXQ/article-inline_image-shrink_1000_1488/0/1567116788156
#4. Wie lässt sich die Affinität zwischen zwei Personen antizipieren?
Um Affinität vorherzusagen, muss man ihre Prädiktoren identifizieren: die Elemente, die einen starken Einfluss auf Affinität haben.
Die Gleichung ist komplex, lässt sich aber vereinfachen.
#5. Die Psychologie der Individuen als Ausgangspunkt
Drei Hauptfaktoren beeinflussen Affinität:
– Intellektuelle Fähigkeiten: wie wir Informationen verarbeiten
– Motivationen: was uns antreibt
– Persönlichkeit: was unser Verhalten leitet
Intellektuelle Fähigkeiten
Man versteht sich besser mit Personen auf einem ähnlichen Niveau.
Motivationen
Man versteht sich besser mit Menschen, die dieselben Antriebe teilen.
Persönlichkeit
Hier ist es differenzierter:
– manchmal hilft Ähnlichkeit
– manchmal ist Komplementarität besser
#6. Wo es kompliziert wird…
Es gibt keine universellen Regeln, da die psychologischen Bedürfnisse von Person zu Person variieren.
Es gibt oft eine Asymmetrie in der Beziehung.
Beispiel:
Eine sehr intelligente Person kann sich an eine weniger begabte anpassen, aber das Umgekehrte ist schwieriger.
Dies schafft einen Unterschied im Zufriedenheitsniveau.
#7. Was man sich an dieser Stelle merken sollte
Um eine effektive Zusammenarbeit zu maximieren, muss man berücksichtigen:
– das Affinitätspotenzial
– beide Affinitäten (sozial und Arbeit)
– die Asymmetrie der Bedürfnisse
– die psychologischen Profile
Gleichzeitig eine soziale + Arbeitsaffinität zu haben = ideale Situation.
#8. Warum Affinität beim Recruiting berücksichtigen?
Man könnte sagen:
„Wir stellen für eine Stelle ein, nicht für einen Manager oder ein Team."
Ja… aber die Menschen, mit denen man arbeitet, beeinflussen enorm:
– unsere Zufriedenheit
– unsere Effizienz
– unser Engagement
– unser Wohlbefinden
Eine von HR-Voice durchgeführte Studie bestätigt den Einfluss der Beziehung zum Manager und zu den Kollegen.
Affinität zu berücksichtigen bedeutet nicht, maximale Affinität zu suchen, sondern zu verstehen, unter welchen Bedingungen die Zusammenarbeit funktionieren wird.
Es ist ein wesentlicher Hebel für:
– erfolgreiche Integration
– kollektive Performance
– Reibungsreduzierung
– Mitarbeiterbindung
#9. Wie geht man konkret vor?
AssessFirst erforscht seit mehr als 3 Jahren zwischenmenschliche Affinität in über 30 Ländern.
Seine Algorithmen analysieren:
– das psychologische Profil beider Personen
– die Asymmetrie ihrer Erwartungen
– mehr als 50 analysierte Kriterien
Die Ergebnisse werden dargestellt als:
– ein Gesamtaffinitätsscore
– ein relationaler Affinitätsscore
– ein Arbeitsaffinitätsscore
– Indikatoren für Ähnlichkeit/Komplementarität
– Empfehlungen für jeden
Heute evaluieren immer mehr Unternehmen Soft Skills.
Affinität ist der logische nächste Schritt.
Stellen Sie sich vor, was aus Ihren Einstellungen werden würde, wenn Sie die potenziellen Affinitäten zwischen jedem Kandidaten und seinem künftigen Manager sehen könnten.
Wenn Sie mehr erfahren oder uns treffen möchten, kontaktieren Sie uns:
https://assessfirst.com/fr/contact/


